Südtirol soll noch familienfreundlicher werden

Familienbeirat und Südtiroler Wirtschaftsring – Economia Alto Adige sprechen sich für ein Mehr an Familienfreundlichkeit in der Wirtschaft aus. An Vorschlägen wird gearbeitet.

Der Familienbeirat des Landes hat bei einer Sitzung mit Vertretern des Südtiroler Wirtschaftsringes (swr-ea) über „Familienfreundlichkeit und Wirtschaft“ diskutiert. Familienfreundliche Maßnahmen würden sich für Südtirols Betriebe lohnen, waren sich die Sitzungsteilnehmer einig. „Auf lange Sicht gesehen, zahlt sich Familienfreundlichkeit gerade in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels in jedem Fall aus“, ist sich Familienlandesrätin Waltraud Deeg sicher. Bei der Wahl des Arbeitsplatzes würden Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit einen zusätzlichen, immer bedeutenderen Anreiz für Arbeitnehmer anbieten. „Unternehmen können sich durch ein Mehr an Familienfreundlichkeit einen Mehrwert, um nicht zu sagen einen Wettbewerbsvorteil schaffen, durch den sie für Arbeitskräfte attraktiver sind als andere Konkurrenzunternehmen“, betont Landesrätin Deeg.

„Südtirols Betriebe sind Großteils familiengeführt. Sie leben diese Werte und gerade deshalb ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele auch ein sehr wichtiges Thema. Es geht vor allem darum, Menschen darin zu unterstützen, ihre Arbeit mit ihren individuellen familiären Vorstellungen zu vereinbaren“, unterstreicht Hannes Mussak, Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings.

Das Land, aber zu Teilen auch der Staat, unterstütze Unternehmen auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit, unter anderem durch Maßnahmen im Bereich der betrieblichen Wohlfahrt (welfare aziendale). Dabei werden finanzielle Leistungen des Arbeitgebers für seine Mitarbeiter und deren Familien steuerlich begünstigt. Die im Wirtschaftsring zusammengeschlossenen Verbände sicherten ihre Unterstützung dafür zu, diese Möglichkeiten künftig über ihre jeweiligen Kompetenzstellen stärker zu bewerben. Auch wollen sie ihre Mitglieder über bereits bestehende Maßnahmen informieren. Zuspruch vonseiten der Wirtschaftsverbände gab es auch für die bisherigen Bemühungen des Landes und der Gemeinden im Bereich der Kleinkindbetreuung. Diese sei weiter flächendeckend auszubauen, um den beruflichen Wiedereinstieg von Eltern zu ermöglichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.

Familienbeirat und Wirtschaftsverbände sind sich der Bedeutung der Thematik bewusst und wollen daher gemeinsam weiterarbeiten. „Südtirol soll zu einem Familienland werden, in dem Familien gut und gerne leben und arbeiten“, fasst Landesrätin Deeg die gemeinsamen Bemühungen von Familienbeirat und Wirtschaftsring zusammen.

 

Author: Giorgia Arman